100 Tage Bretagne – segeln mit Unterbrechungen
Statistik
100 Tage Bretagne
gesegelt: insgesamt 837 Seemeilen | 27 Häfen, davon 5 Nächte vor Anker | 5 Inseln, 2 Halbinseln | 16 Städte und Landschaften mit dem Auto erkundet
Längste Strecke von einem zum andern Hafen 80 sm
Kürzeste Strecke 3 sm
Hafengebühren
Mai – Juni : zwischen 35 und 40 Euro pro Nacht
September – Oktober: zwischen 18 und 25 Euro pro Nacht
Teil I Weg in die Bretagne
11. Mai – 26.Mai
gesamt : 386 sm
Vlissingen – Blankenberge 24 sm – Oostende 10 sm – Niewport 12 sm – Bologne sur Mer 62 sm – Fecamp 80 sm – Cherbourg 80 sm – Guernsey 44 sm – Roscoff 74 sm
Teil II Unterbrechung Aufenthalt in Essen
26 – 28 Mai
Teil III Nordwestbretagne
28. Mai – 30 Juni
gesamt 160 sm
Roscoff – Camaret sur Mer 63 sm – Crozon 23 sm – Douarnenez 12 sm – Audierne 30 sm – Loctudy 32 sm
Teil IV Sommerpause
30 Juni – 27.August
Teil V Südbretagne / Vendée
27.August – 11.Oktober
gesamt 291 sm
Paris – Loctudy – Concarneau 13 sm – Glenan 10 sm – Groix 24 sm – Quiberon 16 sm – Vannes 20 sm – Houat 21 sm – Piriac sur Mer 18 sm – Noirmoutier-en-l’Île 28 sm – Pornic 11sm – La Turballe 28 sm – Belle-Île-en-Mer 34 sm – Lorient 28 sm – Port Louis 3 sm- Loctudy 37 sm – Lorient – Caen

Fazit
Teil I +II
Der Beginn, Mitte Mai war bestimmt von ruppigem, vor allem kaltem Wetter. So lagen die Nachttemperaturen teilweise unter 5 Grad, also für Nachtfahrten – für uns – nicht optimal aber auch nicht notwendig. In Spitzen hatten wir 35 kn Wind gegenan, auf der Strecke Oostende – Niewpoort. Wir waren froh das wir heile in Niewpoort angekommen sind .

Schön war, dass wir unsere Freunde Heike und Tom in Fecamp getroffen haben, die ein halbjähriges Sabbatical in der Bretagne verbringen wollten. Somit sind wir uns dann bis Ende Juni immer wieder begegnet und haben schöne Stunden miteinander verbracht.

Die Bretagne hieß uns dann kurz vor Roscoff mit einem Gewitter willkommen, vielleicht der Startschuss für das darauf folgende gute Wetter.

Aber erst einmal war noch Geduld gefragt. Erstens musste ich kurzfristig beruflich nach Hause und zweitens war mit stetigem kräftigen Westwind auch ein weiterkommen zur Westküste nicht so einfach möglich.
Teil III
Anfang Juni war dann der letzte uns bekannte Hafen mit Camaret sur Mer erreicht. Ab jetzt konnten wir neue Häfen entdecken. Wir bekamen einen Vorgeschmack der Südbretagne. Douarnenez war einer der Höhepunkt in der Vorsaison.

Teil IV
Die Sommerpause war geplant. Das es nochmals beruflich sehr stressig wurde, habe ich im Vorfeld nicht ahnen können. Aus gesundheitlichen Gründen habe ich dann meine Tätigkeit für dieses Jahr aufgegeben und wir sind frühzeitiger als geplant nach Loctudy zurückgekehrt. Allerdings haben wir uns auf der Fahrt noch drei Tage Paris gegönnt, eine Stadt, die man immer wieder genießen kann.

Teil V
Bretagne pur. Ein Segelrevier wie man es sich nicht schöner vorstellen kann. 14 Häfen in knapp sechs Wochen und dabei nur knapp 300 sm gesegelt. Inseln und Halbinseln von denen wir vorher noch nie etwas gehört haben, tiefe Buchten und Seenlandschaften, Flussmündungen, schroffe Felsküsten, pittoreske, mittelalterliche Städte, Dörfer und Häfen und alles in kurzen Etappen erreichbar. Segeln in einem Gezeitenrevier – dem Atlantik ausgesetzt, aber durch die Inseln auch geschützt. Aber was ist schöner als die langgezogene Atlantikdünung. Die Strömungen sind meist nicht allzu stark (natürlich alles relativ: es gibt Ausnahmen, die sind schon sehr tricky – z.B. Raz de Seine) . Wie grundsätzlich, sollte man bei der Törnplanung Wind gegen Strom vermeiden, bei den extrovertierten Kaps immer mit Windverstärkungen um etliche Knoten rechnen und diese mit dem entsprechenden Abstand auch runden. Die Abfahrt und Ankunftszeiten sind mit den Tidenzeiten abzustimmen und bei tideabhängigen Häfen unbedingt zu beachten.

Beim Ankern ist ein Tidenhub von i.M. 4m (je nach Koeffizient /Stärke der Gezeiten und Strömungen abhängig vom Mond) als auch die sich drehende Strömung zu beachten. Nicht selten dreht sich das Boot innerhalb von 12 Stunden um 360°.
Für uns war das Wetter bis in den Oktober hinein absolut traumhaft. Fast ausschließlich Sonne und für die Jahreszeit eigentlich zu warm. Für die Bevölkerung war dieser Sommer, ähnlich wie auch in Deutschland grenzwertig. In der Bretagne war es hauptsächlich zu trocken. Autos und Boote durften nicht mehr mit Süßwasser gereinigt werden, die Abgabe von Trinkwasser war in den meisten Häfen nur von morgens um 9.00 bis um 11,00 Uhr möglich. Im Juni wurde es im Finisterre so warm, das ein Transformator durchbrannte und fast das ganze Finisterre für teilweise über 24 Stunden ohne Stromversorgung war. Im September war dann die Bretagne ehr braun als grün. Die Vorgärten und öffentlichen Anlagen waren alle völlig vertrocknet.

Es gab Segeltage da hatten wir hervorragende Windverhältnisse – zwischen 10 und 20 kn – aber oft war es auch zu ruhig und der Motor musste öfters als gedacht herhalten.
Wir wurden vor Roscoff mit einem harmlosen Gewitter in der Bretagne begrüßt und kurz vor Loctudy bei unserm letzten Törn für dieses Jahr durch ein Gewitter verabschiedet.

Die Entscheidung den eigentlichen Sommer – Juli und August – auszulassen, war zwar keine freiwillige aber trotzdem eine gute Entscheidung. So blieben überfüllte Häfen, Orte und Landschaften für uns unbekannt. Auch die Hafenpreise im Mai, September und Oktober sind deutlich ( 25%) günstiger als in der Hauptsaison. Tom und Heike , die natürlich auch im Juli und August da waren, hatten – bis auf eine Ausnahme auf der Insel Groix – kaum Probleme mit überfüllten Häfen und haben immer einen Liegeplatz bekommen.

Überrascht waren wir von Lorient. Zwar keine schöne Stadt, aber uns hat es dort gefallen.Der Stadthafen war, wie der Name schon sagt, mitten in der Stadt, und die Hochseesegelprofis in ihrem Hafen an den ehemaligen U Boot Bunkern – La Base – waren erstaunlich offen. Keine Absperrungen und noch am letzten Tag hatten wir einen kleinen Plausch mit Boris Herrmann. Toll das dies in unseren Zeiten noch möglich ist.

Insgesamt ein wunderbares Segelrevier , das gehalten hat was wir uns davon versprochen haben. Hier werden wir gerne nächstes Jahr zurückkehren, um weitere Orte zu erkunden. Wir freuen uns darauf …. Karl wartet in Loctudy









