Vom einklarieren in England, geschlossenen Häfen und französischen Drachen

Es wurde Zeit. Nach der ganzen Bastelei an Karl endlich wieder zu segeln.

Auf Silke müssen wir noch verzichten. Zu wenig Urlaubstage und Frühjahr und Sommerurlaub geht bei Ihr leider noch nicht. Also gehts Mitte Mai am frühen, sehr frühen Sonntagmorgen um vier Uhr los. Richtung Westen, nach Ramsgate – 85 SM – ein guter Schlag für den Saisonbeginn. Da das Boot von meinem Freund Wilhelm noch in der Werft auf ein neues Deck wartet, kommt er kurz entschlossen mit. Zu zweit ist die Strecke auch um einiges entspannter. Kurzum, ein wunderbarer Segeltag! Nach anfänglich wenig Wind, gehts es nach drei Stunden unter Segeln bis kurz vor Ramsgate.


EINKLARIEREN IN ENGLAND … how it works …

1 Q setzten : gelbe Quarantäne Fahne ca. 12 Meilen vor erreichen des Zielhafens setzten

2 nach dem Festmachen am Liegeplatz bei der National Yachtline – GOV.UK anrufen +44 300 123 2012 Es werden alle – angeblich wichtigen – Daten – sehr freundlich – abgefragt. Englischkenntnisse sind vorteilhaft.

3 Das Formblatt C1331 General Maritime Report ( eine EXEL Datei, die im wesentlichen schon zu Hause ausgefüllt werden kann) per email an: nationalyachtline@hmrc.gov.uk senden


Das wars … beim verlassen, das gleiche Formblatt senden nur statt Arrival – Departure ausfüllen. Also am besten speichern und fürs nächste ein/aus klarieren aufheben …

Natürlich kann man sich darüber aufregen, weil es ein trauriger Rückschritt in die Vergangenheit ist und jede Menge Datenmüll gesammelt wird. Aber es war zumindest sehr freundlich und ging schnell. Nach 10 Minuten bekamen wir die Erlaubnis in den nächsten Pub zu gehen und die Q einzuziehen. Dazu waren wir aber um 23.00 Uhr deutlich zu müde (hätten aber auch suchen müssen, um noch einen offenen Pub zu finden)

Nach einem Tag Pause in Ramsgate geht es Dienstag um 6.00 morgends unter Motor bei Flaute auf nach Dover. Beim anmelden im Hafen per Funk die böse Überraschung :

DOVER MARINA IST BIS ENDE AUGUST 2022 KOMPLETT GESCHLOSSEN

Dabei hatte Wilhelm einen Rückflug von London aus gebucht. Blöd gelaufen. Kurz entschlossen gehts nach Calais , denn mittlerweile gegen den Strom weiter nach Westen und das unter Motor macht keinen Spass.

Immerhin die Sonne ist uns gnädig. In der Hafeneinfahrt von Calais werden wir von einem lauten, sehr lauten Zischen und Fauchen begrüsst. Erst beim dritten Mal können wir das Geräusch identifizieren: Wir sehen IHN. Den Drachen von Calais ! Er brüllt und faucht uns an… hmmm keine freundliche Begrüssung. Was es mit dem 15 m hohen und 72 Tonnen schweren Monster auf sich hat kann man auf der Website oder auch bei ARTE TV ansehen.

Von Calais an bin ich alleine an Bord, aber schon am nächsten Tag kommen Christine und Edgar mit ihrer neuen SY Bolero in den Hafen und von nun an gehts gemeinsam langsam zurück Richtung Osten. Über Duinkerke bis Oostende. Hier trennen sich unsere Wege, die Bolero zieht gegen Roompot, dafür kommt endlich die allerliebste Silke an Bord.

Zu zweit erleben wir das Hafenfest in Blankenberge und am Freitag erreichen wir wieder unsern Heimathafen Vlissingen. Es ist das Himmelfahrtswochenende und die Häfen, als auch die Städte sind voll.

Ist Corona wirklich vorbei ? Es sieht fast so aus, warten wir ab und geniessen die Zeit.

2 KOMMENTARE
  • Frank
    Antworten

    Wie sieht es bei der Rückkehr nach B, NL, D aus? Ist da nicht auch so ein Procedere fällig?
    Gruß, Frank

    1. Hans Trapp
      Antworten

      Ja, wie beschrieben, das Formblatt c1331 per Mail abschicken… Nur ARRIVAL mit DEPARTURE austauschen…es folgt unmittelbar die Bestätigungsmail…

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