Es ist wieder Cherbourg…
und wer uns kennt, weiß, dass wir die Stadt mögen.
Ja, wir waren in den letzten Jahren regelmäßig hier. Wir mögen die Stadt. Ja, jetzt ist der Frühsommer da. Die Sonne scheint und wir genießen die Wärme. Von Fecamp aus haben wir mit dem Zug noch einen Tagesausflug nach Le Havre gemacht. Auch hier kennen wir uns ein wenig aus, aber ein Muss ist das Museum MUMA mit Schwerpunkt französische Impressionisten. Ein kleines Museum, sowohl von der Architektur als auch von der Dauerausstellung her aber ein ganz Großes.
Am Freitag, 22.05.26, brechen zu den 80 Meilen zusammen mit der SY Mariana von Fecamp nach Cherbourg auf. Im Mittel mit 10 Knoten Wind aus Süd, bei strahlendem Sonnenschein. Zwischendurch besuchte uns eine Delfinschule, alle relativ klein mit weißem Bauch. Kurz spielten sie mit Karl, aber 6 Knoten Fahrt durch Wasser waren für sie dann doch auf Dauer zu langweilig.
Zwischendurch habe ich dann tatsächlich unsern Sextanten rausgeholt, nachdem ich im Winter eine App (Sun Navigation Basic) gefunden habe, die den ganzen Rechenkram übernimmt. Die ersten Schüsse brachten mich dann bei den Bestimmungen immerhin auf 150sm an unsere Position heran. Wir sind zumindest schon mal in der Bretagne. Beim nächsten mal muss ich wohl die Uhrzeit noch ernster nehmen. Mal sehen.
Insgesamt ein wirklich schöner Tag.
Nach 15 Stunden haben wir dann einen der letzten Plätze hier im Port de Chantereyn Cherbourg erwischt, es ist Pfingstwochenende und es kommt uns vor, wie in der Hochsaison (Liegeplatzgebühren inclusive). Der Hafen ist fest in englischer Hand.
Samstagmorgen ging es dann erst einmal auf den Markt und nach einer frisch gegrillten Wurst im Baguette (für mich) schmeckte der Aperol dann im Café umso besser. Abends wollen wir dann unser „Stammrestaurant“ La Mistral aufsuchen (seit 2011 kennen wir dies und waren immer begeistert!). Wir mussten feststellen, das das La Mistral nach über 40-jährigem Bestehen leider seit dem Frühjahr 2025 nicht mehr existiert, Aber es wurde übernommen, nennt sich jetzt Le Papio und ist bei den Muscheln mindestens genauso gut wie bei der Vorgängerin. So weit, so gut.
Zurück zu den Anfangsschwierigkeiten. Da ist die defekte Lichtmaschine. Die neue ist hier im Hafen gut angekommen und voller Elan gehe ich am Nachmittag daran, sie auszutauschen. Als nach dem Tausch kein Effekt eintrat, war der Frust groß. Also eins nach dem andern checken. Heute das Startertableau…auch hier scheint alles ok. Morgen geht es an den Sterling Lima/Batterieregler bzw. eventuell noch ans Startrelais und möglichst nicht die Geduld verlieren. Aus Erfahrung wissen wir, dass Cherbourg der ideale Platz ist, um Reparaturen zur Not auch ausführen zu lassen.
Die Positionsleuchte haben wir, nachdem sie weiterhin ihre Funktion nicht zuverlässig erledigt hatte, noch in Fecamp kontrolliert. Bis um 23.00 h alles durchgemessen und festgestellt, dass die Lampe Strom bekommt und wohl im Innern der Lampe der Fehler liegt…eine erst 2 Jahre alte LED-Zweifarbenleuchte von Aqua Marine. Nach mehrmaligem (zigfachen) An- und Ausschalten und Kontrolle der Kabelverbindungen brannte sie mal kurz für zwei, drei Sekunden, dann wieder nicht, dann nur auf der grünen Seite, so wie sie halt grad mal Lust hatte. Irgendwann blieb sie tatsächlich an und zur Belohnung durfte sie die Nacht „durchbrennen“. Morgens um halb fünf (wir sind um fünf Richtung Cherbourg los) war sie tatsächlich noch an. Auch hier in Cherbourg tut sie es noch. Zur Sicherheit habe ich aber heute eine normale Zweifarbenleuchte gekauft. Wie immer, wenn Ersatz darauf wartet einzuspringen, funktioniert das alte Gerät wie durch ein Wunder. Wir werden sehen.
Schauen wir mal, wie es bei uns weitergeht. Gerne hätte ich dieses Stromproblem aus dem Kopf -es nervt-, gehört aber, wie Segler*innen wissen, nun mal dazu. Man repariert sich so durch. Bedeutet auch, dass wir vielleicht für ein paar Tage bleiben müssen, sagen wir mal lieber: dürfen.









